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Kann ich durch das richtige Essen Demenz vorbeugen? Das sagt die Wissenschaft.


Haben Sie auch schon davon gehört, dass der tägliche Konsum von Beeren vor Demenz schützt? Dies stimmt zum Teil, denn Beeren enthalten sogenannte Flavonoide, sekundäre Pflanzenstoffe, die sich laut Studien positiv auf die Gehirnleistung auswirken sollen. Eine Erkrankung wie Demenz lässt sich jedoch nicht einfach durch den Verzehr einzelner Lebensmittel vorbeugen.


Die zentralen Risikofaktoren zur Entwicklung einer Demenz sind das Alter sowie die genetische Veranlagung, auf welche wir keinen Einfluss haben. Weitere Risikofaktoren sind eingeschränkte Hörfähigkeit, hohe Blutfettwerte, soziale Isolation, geringe Bildung, Depression, Kopfverletzung, Luftverschmutzung, Bewegungsmangel, Diabetes Typ 2, eingeschränkte Sehkraft, Rauchen, Bluthochdruck, starkes Übergewicht und übermässiger Alkoholkonsum. Nach aktuellem Stand des Wissens wird davon ausgegangen, dass man das Risiko für Demenz durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise verringern kann. Was bedeutet das konkret?


Verschiedene Studien zeigen, dass eine mediterrane Ernährung zu einer altersgerechten Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion beitragen kann. Diese Ernährungsweise versorgt uns zum einen mit genügend Nährstoffen und besitzt zum anderen durch die verschiedenen Komponenten viele gefäss- und nervenschützende Eigenschaften. Die Mittelmeerküche ist reich an Früchten und Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fisch. Hingegen werden rotes Fleisch und daraus hergestellte Produkte sowie gesättigte Fette nur in geringen Mengen konsumiert. Ein Augenmerk liegt auch auf der Saisonalität der Lebensmittel und es werden lokale Produkte bevorzugt.


Der Schlüssel liegt in der Kombination der verschiedenen antientzündlichen und antioxidativen Nährstoffe, wie Omega-3 Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe sowie in der optimalen Versorgung mit Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten. Wie könnte so ein Tagesbeispiel aussehen?


Frühstück: Joghurt mit Haferflocken, Beeren und Nüssen

Mittagessen: Quinoa mit Kichererbsen, dazu ein gemischter Salat mit Feta

Abendessen: Gedünsteter Lachs mit Vollkornreis und saisonalem Gemüse


Zudem können gesundheitsbewusste Essgewohnheiten die Anfälligkeit für andere Krankheiten verringern, die ebenfalls als Risikofaktoren gelten, wie Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck oder zu hohe Blutfettwerte.


Fazit

Verschiedene Studien zeigen, dass ausgewogene Essgewohnheiten, wie die mediterrane Ernährung, positive Effekte auf kognitive Defizite und Demenz haben. Im Allgemeinen ist ein ganzheitlich gesundheitsbewusster Lebensstil, mit abwechslungsreichen Speisen, genügend Bewegung, sozialen Kontakten und einem bewussten Umgang mit der mentalen Gesundheit die Basis. Trotz Einhaltung der präventiven Massnahmen kann es dennoch zur Erkrankung kommen, denn die Hauptrisikofaktoren Genetik und Alter können nicht durch die Änderung der Lebensweise beeinflusst werden.



Quellen:

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  • Alzheimer | Demenz Forschung Schweiz (abgerufen am 02.09.2025)

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  • Bild: durch KI generiert.

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